Gewalt ist Teil des Problems – und das Problem hat System

Am vergangenen Donnerstag ist es zunächst rund um die Eisenbahnstraße und die Tage darauf in Connewitz zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Die Ereignisse von Donnerstag stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tag X+1-Demo infolge der Luwi71-Räumung. Die anschließenden Kämpfe in Connewitz verstehen wir auch als solidarische Reaktion auf eben jene und weitere Besetzungen. Daher möchten wir ein paar Zeilen zur Debatte um sogenannte politisch motivierte Gewalt in Leipzig beitragen. 
Wir haben als direkte Aktion eineinhalb Wochen lang das Haus in der Ludwigstraße 71 friedlich besetzt.¹ Innerhalb weniger Tage wurde die Luwi71 zu einem Treffpunkt in der Nachbar*innenschaft. Diskussionen um Wohnraum und selbstverwaltete Freiräume wurden über verschiedene politische Spektren hinweg wieder zum Gesprächsthema. 
Von Beginn an signalisierten wir Stadt und Eigentümer unsere Verhandlungsbereitschaft, wir haben Nutzungsmöglichkeiten erarbeitet und Gespräche angeboten
Es hat uns gefreut, dass Vertreter*innen von Ämtern und Parteien bereit waren mit uns ins Gespräch zu kommen, sich mit unserem Anliegen zu solidarisieren oder ernst gemeinte Kritik zu äußern. 
Im Endeffekt schienen sie aber auch nicht sonderlich viel ausrichten zu können oder hatten es mit der Unterstützung vielleicht doch nicht ganz so ernst gemeint. Gleichzeitig finden wir es bedauerlich, wie schnell sich einige Menschen abwenden, wenn Andere bereit sind Konflikte weiter zu führen, anstatt vor der Androhung von staatlicher Gewalt zu kuschen. 
Der Staat und seine ausführende Gewalt sitzen bei Hausbesetzungen auf kurze oder lange Sicht fast immer am längeren Hebel. Entsprechend ist die Aussage des Eigentümers Udo Heng, er hätte sich erpresst gefühlt, ziemlich absurd.² Spätestens als wir erfuhren, dass dieser nicht mehr für Gespräche bereit sei, mussten wir uns auf eine zeitnahe Räumung einstellen. Von der angeblichen Verhandlungsbereitschaft Hengs erfuhren wir auch nur durch Zeitungsartikel, nie aber durch direkten Kontakt. Bis zum Platzenlassen des Treffens waren alle Gespräche – metaphorisch gesprochen – wie mit der Pistole im Anschlag.
Die Polizei ist in gesellschaftlichen Diskursen niemals Gesprächs- und Verhandlungspartnerin. Die Polizei ist die ständige Absicherung des Staates, der Stadt, der Ämter und der Eigentumsverhältnisse. Und sie wird gerufen, wenn wir uns in Konflikten nicht an die Etikette halten. 
Wir haben es gewagt, das unumstößliche Recht auf Privateigentum und dessen Rolle in Bezug auf Wohnungsnot, steigende Mieten und Verdrängung nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch in Frage zu stellen und bekamen als Antwort Zuckerbrot und Peitsche zu spüren. Einerseits Gesprächsbereitschaft von einzelnen städtischen Akteur*innen – andererseits ständige Räumungsgefahr. Die letztendliche Reaktion darauf war der Überfall 60 Vollvermummter mit Kettensäge und Maschinenpistolen, nachdem der formale Besitzer sein Wohlwollen zurückgezogen hatte. Spätestens wenn die Polizei involviert ist, gibt es keine Gespräche mehr und die Komplexität von Aushandlungsprozessen wird zu einem einfachen Entweder/Oder. Entweder wir lassen uns vom schlagenden Knüppel einschüchtern oder wir nehmen uns die Häuser und Straßen unseres Stadtteils der Repression und Kriminalisierung zum Trotz. 
Der Angriff auf die Luwi71 am Mittwochmorgen war ein Angriff auf einen Teil unserer Nachbarschaft anders als das tagtägliche Racial Profiling, die Zwangsräumungen, Abschiebungen, die Belästigungen von Jugendlichen durch Cops, die Illegalisierung von Lohnarbeitenden ohne Arbeitsvertrag aber genauso ein Angriff. 
Wir verstehen somit, dass Menschen im Viertel Wut und Hass auf Polizist*innen haben. Polizist*innen sind immer die Vollstrecker*innen der herrschenden Ordnung. Konflikten um soziale Fragen und diversen Lebensrealitäten begegnen sie mit Gewalt und Strafe. 
Unter der Annahme, dass Gewalt immer zu Gegengewalt führt, muss sich gefragt werden, welche Gewalt zuerst da war. Der Pflasterstein war es nicht. Wer von all der erwähnten strukturellen Gewalt nicht sprechen will, darf sich über die Wut selbstbewusster Nachbar*innenschaften nicht wundern.
Unsere Solidarität gilt Allen, die im Laufe der letzten Tage festgenommen wurden und die in den kommenden Monaten Strafverfahren ewarten. Zur selben Solidarität rufen wir auch all diejenigen auf, die es mit der Unterstützung für die Luwi71 ernst meinten. Die wenigsten Kämpfe können widerspruchsfrei geführt werden und aufeinander aufzupassen bedeutet manchmal auch, solche Widersprüche aushalten zu können. Wir lassen keine*n allein! 
Für rebellische Kieze und eine Stadt von unten!

Ein erstes Resümee

Die Luwi könnt ihr uns nehmen, unsere Träume nicht
Gestern am 02.09.2020 wurde die Luwi71 geräumt. Gegen sechs Uhr morgens begannen Bullen den Versuch ins Haus einzudringen. Dank stabiler Barrikaden war das mit dem Rammbock nicht möglich. Erst Motorsägen verschafften der Staatsgewalt Zutritt. Nach etwa drei Stunden vermeldete die Polizei das Ende des Einsatzes auf Twitter. Damit stand die Luwi wieder leer und Träume von nicht-kommerziellen Freiräumen sowie günstigem Wohnraum lagen wie die Eingangstür in Trümmern.
Dank solidarischer und wachsamer Anwohner*innen sowie einem eigenen Scout-System, welches Wannenbewegungen im Viertel beobachtete, konnten die Menschen im Haus allesamt rechtzeitig vor der Polizei fliehen. Trotzdem wurden vier Menschen in Hausnähe aufgegriffen und deren Identitäten festgestellt. Drei Personen wurden daraufhin vorläufig auf die Dimitroff-Wache verschleppt. Zwei Menschen aufgrund des Verdachts des Hausfriedensbruchs. Ihnen wird also vorgeworfen Besetzer*innen gewesen zu sein. Die dritte Person wegen eines offenen Haftbefehls, welcher auf ein nicht gezahltes Bußgeld wegen des falschen Anbringens einer Hundesteuermarke zurückzuführen ist. Nachdem das Geld bezahlt wurde, konnte die dritte Person gehen. 
Die anderen beiden konnten gegen halb elf ebenfalls die Wache verlassen, aber laut eigener Aussage nicht, bevor ihnen DNA entnommen und ihnen die Ohren abgemessen wurden. 
Es hat sich gezeigt, dass Profite und Kapital über den Bedürfnissen der Stadtbewohner*innen stehen. Das Privateigentum als höchster Wert dieses Systems hat mal wieder gewonnen. Der Staat schafft es wieder einmal nicht, Wohnraum für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. Die Bedürfnisse der Menschen sind in diesem System Nebensache. 
  
Anderthalb Wochen Besetzung und eine ausgestreckte Hand
Am Freitag, den 21.08.2020, besetzten wir die Ludwigstraße 71. Wir haben sofort der Stadt Leipzig, einigen Stadtratsfraktionen und der Presse unser Nutzungskonzept zukommen lassen bzw. um Verhandlungen gebeten. Leider haben zunächst weder die Stadtratsfraktionen noch Ämter der Stadt auf unsere Mail geantwortet. Erst am 22.08.2020 haben wir über einen Artikel der Leipziger Volkszeitung  erfahren, dass der Eigentümer ermittelt wurde und am Mittwoch, den 26.08.2020, nach Leipzig kommen will, „um mit den Aktivisten ins Gespräch zu kommen“ [1]. Wir haben für diese Verhandlung Räume organisiert und Rechtsanwält*innen kontaktiert. 
Am Dienstag, den 25.08.2020, besuchte uns der Leiter des Amts für Wohnbau und Stadterneuerung und teilte uns stellvertretend mit, dass der Eigentümer die Gespräche am Mittwoch nicht länger führen und weiter anonym bleiben will. Kommunikation zum Eigentümer könne allerdings über das Amt laufen. Er bot sich als “Mediator” und “Briefkasten” an. Der Amtsleiter informierte uns außerdem, dass der Eigentümer fragt, ob wir das Haus kaufen oder mieten könnten. Wir haben keine der Optionen abgelehnt, sondern unser Interesse bekundet, nach einer konkreten Summe gefragt und als weitere Alternative angeboten, dass wir uns auch einen Wächterhausstatus vorstellen könnten. Dies zeigt, dass wir konkrete finanzielle Abmachungen mit dem Eigentümer eingehen wollten, wodurch erneut unser Bemühen um Verhandlungen zur Legalisierung des Hausprojekts deutlich wurde. Des Weiteren haben wir einen Brief an den Eigentümer verfasst, welchen wir auch veröffentlichten [2]. Doch unsere ausgestreckte Hand wurde weggeschlagen. Am 28.08.2020 erschien in der BILD-Zeitung ein Interview mit dem 56-jährigen Eigentümer “Christoph R.” (Name von der BILD-Redaktion geändert) unter dem Titel „Gebäude in Leipzig besetzt – Chaoten lassen mich nicht in mein Haus“ [3].
Kaya von LeipzigBesetzen dazu: „Es gab im Zuge dieses Akts des zivilen Ungehorsams von unserer Seite keinerlei Eskalation – eher im Gegenteil, symbolisiert durch eine erste Nachbar*innenversammlung am Sonntag, den 23.08.2020 und eine zweite, die für Mittwoch, den 02.09.2020, um 19:00 angesetzt war. Und trotzdem hat die BILD es als nötig erachtet, uns als ‘Chaoten’ zu bezeichnen. Wir betrachten diese Form des ‘Journalismus’ als chaotisch. Herr R. hätte uns außerdem jederzeit kontaktieren können. Wir haben ihn sogar mehrfach dazu ermutigt. Diese Aktion hatte nie Bedrohung oder Gewalt als Ziel, sondern die Schaffung von Aufmerksamkeit für Missstände und die Notwendigkeit von kulturellen Freiräumen sowie günstigem Wohnraum. Häuser dürfen nicht als Zweitwohnsitz und Altersabsicherung dienen, so lange Andere in Wohnungsnot sind.“ Die zweite Pressesprecher*in Sasha fügt hinzu: „Dieses Schwarz-Weiß Denken und die Diskreditierung von Protest ist typisch für den Springer-Konzern. Die Aussage ‘Ein Kapitalist erwirbt im Osten Häuser und lässt sie verrotten, obwohl der Wohnraum dringend benötigt wird’ [3] ist verkürzt und hat nichts mit unseren Ansichten zu tun. Sie erfüllt lediglich schon lange ausgediente Ost-West-Klischees. Die BILD-Zeitung betreibt mal wieder Spaltung. Die Wohnungslage ist außerdem in der gesamten Bundesrepublik katastrophal, nicht nur im Osten.“ 
Der Artikel steht mit seiner Diffamierung von Protest in der Tradition der BILD. Was wir aber genau aus dem Artikel ablesen konnten, war, dass der Eigentümer kein “Freiberufler” ist, sondern Firmen-Inhaber und Investor. Außerdem konnten wir durch die offen gelegten Informationen zum Eigentümer und die Bildaufnahme den tatsächlichen Namen des Eigentümers und seine Firma recherchieren. Wir wussten jetzt, wer ‘Christoph R.’ ist und hatten endlich die Möglichkeit ihm direkt eine Mail zu schreiben, statt über Pressemitteilungen oder das AWS kommunizieren zu müssen. An dieser Mail saßen wir in der letzten Nacht vor der Räumung, um noch einmal direkt Verhandlungen anzubieten und konkrete Vorschläge zu machen.
Am gestrigen Mittwoch dann die Eskalation, welche seitens des Eigentümers heraufbeschworen wurde.
Das Vermächtnis der Luwi
Nichtsdestotrotz bewerten wir die Besetzung der Luwi71 als Erfolg. 
Die Besetzung konnte sich anderthalb Wochen halten, hat bundesweite Medienaufmerksamkeit erhalten und den Diskurs über Verdrängung, steigende Mieten sowie die Eigentumsfrage erneut angestoßen. Es waren etliche Stunden des gemeinsamen Schaffens in und vor dem Haus. Es gab politische Vorträge und Diskussionen, an den meisten Tagen Küfa, es spielten Liedermacher und Punkbands, wir kamen über die Nachbar*innenversammlung am 23.08.2020 mit den Anwohnenden über ihre Bedürfnisse und Wünsche ins Gespräch und haben gezeigt, dass wir es ernst meinen.
An dieser Stelle bedanken wir uns auch noch einmal bei allen Anwohnenden und Unterstützer*innen, die uns mit Lebensmitteln, Werkzeugen und Wasser versorgt haben. Bei den Menschen, die vor dem Haus gekocht, gesungen und geredet haben oder einfach durch ihre Anwesenheit zeigten, dass wir nicht allein sind und die Luwi auf Sympathie gestoßen ist. Fettes Danke!
Für Mittwochabend war eine zweite Nachbar*innenversammlung angedacht und im Anschluss ein erstes offenes Luwi-Plenum für alle Menschen, die Interesse gehabt hätten, aus der Luwi trotz des illegalisierten Status und den fehlenden Hausmedien (Strom, Wasser, Gas) das Haus zu nutzen. Für den heutigen Donnerstag hatten wir geplant die Luwi offiziell dem neuen Luwi-Plenum zu übergeben. Wir haben dafür eine Menge Vorarbeit geleistet. Der Müll, Schutt und Staub, welcher sich in den letzten zwei Jahrzehnten im Haus ansammeln konnte, wurde von uns aus den oberen Etagen komplett beseitigt und in zwei “Schutträume” ins Erdgeschoss verbracht. Bereit, um bei einer Legalisierung durch Container abgeholt zu werden. Wir hatten ein eigenes Gutachten über die Bausubstanz, den Hauszustand und Mängel erstellt. Eine Toilette haben wir wieder zum Abfließen gebracht, welche mit Wasserkanistern betrieben werden konnte. 
Jetzt wurde uns und somit auch der Nachbar*innenschaft sowie potenziell Nutzenden das alles wieder entrissen und die Luwi wird wohl wieder leerstehen, bis es sich für den Eigentümer lohnt das Haus gewinnbringend zu verkaufen oder die Luwi erneut besetzt wird. 
Zur Veröffentlichung des Klarnamens des Eigentümers
 
Wir haben uns Mittwochmorgen, noch während die Luwi geräumt wurde, dazu entschieden die Anonymität des Eigentümers Udo Heng zu brechen und zu veröffentlichen, wie seine Firma heißt. 
Es wäre gelogen, würden wir unerwähnt lassen, dass dabei auch Wut über die Geschehnisse eine Rolle gespielt hat. Die Gründe sind aber durchaus komplexer. Zum einen haben wir keine Lust das Versteckspiel und die Lügen des Eigentümers länger mitzuspielen. Udo Heng lehnte nicht nur jegliche Verhandlungen ab, sondern inszenierte sich in dem besagtem BILD-Interview außerdem als “Leidtragender der Sauerei”, als Künstler und nachhaltigen Firmeninhaber, der um seine Altersvorsorge beraubt wird [3]. Das ist einfach nicht der Fall, wie wir weiter oben bereits schrieben. 
Es gab allerdings Kritik an unserem Vorgehen. Kritik, die wir nicht einfach abwinken wollen, sondern in unseren Reflexionsprozess aufnehmen werden. So viel für den Moment:
Nein, der Eigentümer der Luwi71 ist nicht unser Feindbild. Das kapitalistische System, welches Strukturen schafft, in dem es Investoren wie Udo Heng, Menschen, die sich ihre Miete kaum mehr leisten können und verdrängt werden sowie uns Besetzer*innen, die versuchen dem etwas entgegenzusetzen, gibt, ist an sich das Problem. Kapitalismuskritik, die sich auf Einzelpersonen einschießt, ist verkürzt und wird von uns nicht vertreten. Deshalb rufen wir auch alle dazu auf besonnen zu bleiben und keine Übersprungshandlungen zu begehen.
Es ist aber eben auch nicht die Wohndresse Hengs, die wir veröffentlicht haben, sondern sein und der Name seiner Firma “Reeds ‘n Stuff”, deren Adresse dann recht einfach zu recherchieren ist. Uns bleiben nicht viele Möglichkeiten gegen Investoren wie Heng vorzugehen, da unsere Eigentumskollektivierungen regelmäßig durch den Staat und seine Handlanger zerschlagen werden. Also bleibt uns nur ihn dort zu treffen, wo es ihm womöglich noch am meisten weh tut – dem Image seiner Firma und ggf. finanziellen Einbußen, wenn es sich herum spricht, dass zwar vielleicht seine Oboenmundstücke nachhaltig sind, nicht aber seine Investitionen.
Der einzige der Mittwochmorgen einen aggressiven Mob aus 60 Personen in Kampfmontur auf schlafende Menschen im und vor dem Haus losgelassen hat, ist Heng selbst.
Die Wut auf die Straße tragen
Allerdings gibt es dennoch eine Möglichkeit der eigenen Wut und dem Ärger über die Räumung der Luwi71, zu hohe Mieten, Verdrängung und den Schutz von Investor*inneninteressen durch den Staat und das kapitalistische System Ausdruck zu verleihen. Heute auf der Tag X+1 Demo, unweit der Luwi 71, ist dafür Platz. Wir treffen uns 21h vor dem ALDI beim Rabet.
Kommt zahlreich. Organisiert euch in Bezugsgruppen. Seid solidarisch mit- und achtet aufeinander.
Wir sind solidarisch mit jeder Aktion, die uns unterstützt. Überlegt euch Aktionsformen und Ziele. Kurz: werdet selbst kreativ! Alle erlaubten Formen des Widerstandes gegen den Kapitalismus sowie alle emanzipatorischen Errungenschaften wurden immer regelbrechend erkämpft. Wir werden daher auch weiterhin Gesetze brechen und Leerstand besetzen. Es gibt allerhand leerstehende Häuser auf der und rund um die Eisenbahnstraße. Wir werden einfach weiter besetzen. Die nächsten Freiräume werden aber besser verteidigt sein. Wenn sie uns die Häuser nicht geben wollen, nehmen wir sie halt. Wir hoffen außerdem darauf, dass ihr unserem Beispiel folgt und euren wahrscheinlich schon lange im Kopf schwirrenden Ideen von Hausbesetzungen jetzt nachgeht. Wir unterstützen alle Hausbesetzungen von denen wir hören und verbreiten alle Nachrichten über unsere Info-Kanäle. Besetzt Häuser, stoppt Zwangsräumungen und organisiert den Mietstreik! Deshalb haltet euch bereit, hört euch um und bleibt in Bewegung. Die Häuser denen, die drin wohnen!
#leipzigbesetzen #luwi71 #le0209 #le0309

Brief an den*die Eigentümer*in

Guten Tag Herr*Frau Eigentümer*in,
wir sind Leipzig Besetzen und befinden uns durch die Besetzung im Besitz des Hauses der Ludwigstraße 71, welches formell Ihnen gehört.
Leider können wir nicht mit Ihnen direkt kommunizieren, was wir sehr schade finden. Der direkte Kontakt wäre uns um einiges lieber, da so auch etwaigen Missverständnissen aus dem Weg gegangen werden könnte.

Wie wir durch unsere Öffentlichkeitsarbeit und Pressemitteilungen deutlich gemacht haben, wollen wir Ihr Haus im Gegensatz zu Ihnen wirklich nutzen. Wir bekommen dafür breite Unterstützung nicht nur von der unmittelbaren Nachbar*innenschaft, sondern auch vom Viertel und Bewohner*innen der Stadt. Auch politische Vertreter*innen haben sich auf unsere Seite gestellt. Sie haben uns nun signalisiert, dass Sie das Haus privat nutzen möchten und nicht mehr mit uns in Verhandlungen treten möchten. Wir wollen an Sie appellieren es dennoch zu tun, denn wir haben bereits viele Pläne für das Haus, wie Sie in unserem Nutzungskonzept nachlesen können. Grundsätzlich wollen wir das Haus hierarchiefrei und unkommerziell aufbauen und es kollektiv nutzbar und gestaltbar machen. Deswegen wollen wir im Falle einer Duldung Schritte verfolgen, um das Haus gemeinschaftlich in Stand zu setzen. Es soll ein Haus für und mit allen werden und
kein Haus für anonymisierte Mietparteien. Da Sie angebracht haben, das Haus entweder vermieten oder verkaufen zu wollen, wollen wir Sie bitten, uns einen Kaufpreis zu nennen beziehungsweise Ihre Vorstellungen präzise zu äußern. In den Verhandlungen ist durchgekommen, dass ein Gutachten erstellt worden ist. Wir würden uns in Zusammenarbeit mit der Stadt um ein aktuelles bemühen. Wir haben bereits ein kleines
Gutachten erstellen lassen, welches wir Ihnen auch gern zukommen lassen können. Hier die Frage, ob Sie uns Einblicke in das alte Gutachten geben wollen.

Wir hoffen, dass Sie sich gesprächsbereit zeigen und dass wir eine Einigung finden können. Seien Sie doch ein Vorbild für andere Eigentümer*innen, die die Häuser weitestgehend verfallen lassen, um Profite raus zu schlagen und erkennen Sie die gemeinschaftlich-sozialen Bedürfnisse nach Freiräumen, fernab von Kapitalinteressen, an: Lassen Sie sich auf Verhandlungen mit uns ein!

Auf ein baldige direkte Kommunikation,
Leipzig Besetzen

PM: Die Verhandlungen sind geplatzt.

Heute haben die Besetzer*innen mit dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung gesprochen. Der Chef, Hr. Dr.-Ing. Frank Amey, hat direkten Kontakt zum*r Eigentümer*in und teilte mit, dass diese*r die angesetzten Verhandlungen abgesagt hat. Spekulationen des Amtes gehen dahin, dass der*die Eigentümer*in das Haus abreißen und neu bauen wollte. Dies ist aufgrund des Bestandschutzgesetzes nicht
möglich. Nun verschieben sich die Kapitalinteressen des*der Eigentümer*in Richtung kaufen oder mieten durch die besetzenden Personen.
Kaya, Peressesprecher*in von Leipzig Besetzen, erklärte dazu: „Wir sind wütend darüber, dass keine Gespräche auf Augenhöhe möglich sind. Es fällt uns daher schwer, das bestehende Gesprächsangebot mit dem*der Eigentümer*in über das Amt ernst zu nehmen.“
Sasha ergänzt: „Sollte der*die Eigentümer*in sich dennoch entscheiden nach Leipzig zu kommen, weiß er*sie ja, wo wir sind und wo wir bleiben.“ Im Gespräch ergab sich, dass die Ordnungsbehörden eine Bedrohungslage konstruieren könnten. Diese ergäbe sich aus eventuell mangelhafter Bausubstanz und daraus resultierenden gesundheitlichen Schäden.
„Wir erkennen an, dass verschiedene Akteur*innen in der Auseinandersetzung um städtischen Raum auch unterschiedliche Motivationen haben. Doch wenn am Ende des Tages das sogenannte Recht auf Eigentum und Profitmaximierung mehr wert ist als alles Andere, sehen wir uns einmal mehr darin bestärkt, dass es richtig ist, uns die Häuser selbst zu nehmen.“, kritisiert Kaya. Nach wie vor erklärt Leipzig Besetzen sich zu Gesprächen bereit und hofft auf eine Einigung ohne Gewaltausbrüche.

Luwi71 bleibt!

#LeipzigBesetzen

Aktualisiertes Nutzungskonzept Luwi 71

Das Haus der Ludwigstraße 71 wurde am Freitag den 21. August 2020 besetzt. Das Haus soll zu einem Hausprojekt werden. Die Besetzung soll auch den Forderungen nach einer Prioritätenverschiebung in der Leipziger Wohn- und Stadtbaupolitik Nachdruck verleihen. Gefordert wird ebenso eine Dekriminaliserung von Leerstandsnutzungen wie auch einen sofortigen Stopp aller Zwangsräumungen.
Der Leipziger Osten wird zunehmend zum Hotspot der Gentrifizierung.
Mietpreiserhöhungen und Luxussanierungen führen zur Exklusion finanziell benachteiligter Personen. Der Osten, besonders das Gebiet um die Eisenbahnstraße, soll als attraktiver und kulturell bereichernder Stadtteil erhalten bleiben und erweitert werden.
Das Grundstück steht nun bereits seit über einem Jahrzehnt leer und wird nicht genutzt. Daher halten wir es für unsere kulturelle und soziale Nutzung für optimal geeignet. Das Haus besteht aus drei Etagen und ist unterkellert. Die oberen Etagen sind mit je zwei Wohnungen mit mehreren Zimmern ausgestattet. Zum Haus gehört ein Garten. Den Räumlichkeiten werden unterschiedliche Nutzungen zugeführt.
Am 23.08.2020 fand eine Vollversammlung mit den Anwohner*innen und Interessierten der Besetzung statt.

Aus den Wünschen und Bedürfnissen so wie der aktuellen Einschätzung des Zustandes des Hauses selbst nun ein überarbeitetes Konzept:
Im Erdgeschoss kann ein Café und eine Bar mit integrierter Bibliothek entstehen. Der Verkauf der Getränke basiert auf Spendenbasis. Durch den Aufbau und die Aufteilung der Räume ist es möglich, auch eine Küche für Alle (Küfa) zu organisieren, welche ein bis zwei mal die Woche stattfinden kann. Es ist ebenfalls denkbar, die Räume für öffentliche Veranstaltungen, wie Vorträge, zur Verfügung zu stellen.

Mögliche Nutzung:
– Bar
– Café
– Bibliothek
– Küfa
– Vortragssaal
– öffentliches WC

Im ersten Obergeschoss sind viele Nutzungsvarianten vorstellbar. Die Ideen reichen von Projektwerkstätten über Plenarräume bis hin zu Vereinsräumen und Sportmöglichkeiten für Kinder sowie Erwachsene. Aber auch Beratungssprechzeiten und Selbsthilfegruppen können die Räume nutzen. Politische Bildung, kulturelle und sportliche Angebote finden hier Platz.

Mögliche Nutzung:
– Projektwerkstatt
– Räume für Plenas, Seminare
– Räume zur Nutzung für Initiativen/Vereine/Gruppen
– Sportraum
– Selbsthilfe und Beratungsstellen
– WC

Etagen zwei und drei sind für Wohnmöglichkeiten vorgesehen.
Dabei geht es auch um Notfallwohnkonzepte. Inklusive und barrierearme Wohn- und Arbeitsplätze sollen entstehen.

Mögliche Nutzung:
– Selbstorganisierte Wohnformen mit allen Generationen
– Ruheräume
– Notfallwohnen

Auch das Flachdach lässt eine vielfältige Nutzung zu. Von Hochbeeten, einer kleinen Bar hin zu Freiflächen für künstlerische Betätigungen sind wenige Grenzen gesetzt.

Mögliche Nutzung:
– Hochbeete
– Legal Planes
– Areal zum Entspannen

Im angrenzenden Garten soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Außerdem können die angrenzenden Kindergärten und Schulen den Garten auch als Schulgarten nutzen.Somit wird ein Ort des Lernens geschaffen.

Mögliche Nutzung:
– Gemeinschaftsgarten
– Schulgarten
– Nistkästen für Bienen, Fledermäuse etc.
– Fahrradstellplätze
– Platz für künstlerische Betätigung

Im Keller scheint es in der Vergangenheit eine kleine Holzwerkstatt gegeben zu haben, welcher wir neues Leben einhauchen können. Eine Selbsthilfewerkstatt kann neben der Holzwerkstatt entstehen und eine gegenseitige Ergänzung ist vorstellbar. In der Selbsthilfewerkstatt wird es einige Werkzeuge und die Möglichkeit geben, Fahrräder und andere Sachen gemeinschaftlich und mit Hilfe anderer zu reparieren.
Selbsthilfewerkstätten sind für uns ein Ort der Selbstermächtigung und des gemeinsamen Lernens, zu dem Menschen unabhängig ihrer finanziellen Mittel Zugang haben. Aber auch Proberäume und andere musikalische Ausgestaltung ist vorstellbar.

Mögliche Nutzung:
– Holzwerkstatt
– Selbsthilfewerkstatt
– Proberäume
– Bühne/Konzerte

Verwaltungsmöglichkeiten
Wir wollen das Haus als hierarchiefreien, solidarischen Raum, dessen Nutzung und Verwaltung selbstverwaltet und in freier Trägerschaft ist. Eine unkommerzielle Raumnutzung ist eingeschlossen.

Zukünftiges
Sofern alle rechtlichen Angelegenheiten geklärt sind, werden wir uns um das Haus kümmern. Die Bausubstanz wird geprüft und auftretende Mängel beseitigt, um Sicherheit herzustellen. Wir setzen dabei vor allem auf solidarische, ehrenamtliche Hilfe, werden aber, wenn es nötig ist, auch auf Fachpersonal zurückgreifen. Uns ist die Beteiligung vieler Menschen wichtig.
Wir begreifen uns und das Haus als offenes Projekt, in dem soziale Kontakte gepflegt, neues gelernt und sich untereinander geholfen werden kann. Ein emanzipatorischer, solidarischer Ansatz für alle Menschen ist das Ziel. Das Haus ist für uns und zukünftige Gäste und Bewohner*innen ein Freiraum, welcher dringend gebraucht wird.

Wir sind in jedem Fall zu Verhandlungen bereit und würden uns freuen, Sie an der Ludwigstraße 71 begrüßen zu dürfen.

Wir fordern die Stadt Leipzig dazu auf, bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen.
Dazu gehört, dass Immobilien, welche der Stadt gehören, nicht an private Investor*innen verkauft werden und ehemalige Bestände wieder in den städtischen Besitz zu bringen. Der Mietpreisdeckel soll weiter gesenkt werden. Außerdem sollen die Bewohner*innen mitbestimmen dürfen, wie sich der Wohnungs- und Häusermarkt entwickelt und wie die zukünftige Bebauung der Stadt aussieht.
Bestehende unkommerzielle Freiräume sollen erhalten bleiben und nicht etwaigen Fitness- und Freizeitparks weichen müssen. Wir wollen, dass die Stadt Leipzig unser Vorhaben unterstützt und dem Nutzungsvertrag für die Ludwigstraße 71 zustimmt.
Dieser Vertrag richtet sich nach dem Konzept von Leipzig besetzen.

Pressemitteilung 22.08.2020 Besetzung Ludwigstraße 71

Die Besetzung der Ludwigstraße 71 hat die erste Nacht überstanden. Weiterhin halten sich in dem Wohnhaus Aktivist*innen auf.

Laut LVZ soll der Eigentümer oder die Eigentümerin am Mittwoch nach Leipzig kommen und bereit sein mit den Aktivist*innen in ein Gespräch zu treten. Bis dahin stehe das Haus unter polizeilicher Beobachtung.

„Wir würden uns freuen, wenn der Eigentümer oder die Eigentümerin auch den direkten Kontakt zu uns aufnehmen würde“, meint Kaya von Leipzig Besetzen. Seit Beginn der Besetzung betonte die Gruppe die Bereitschaft Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen und legte ein Nutzungskonzept vor.

„Von der Polizei erwarten wir Zurückhaltung“, pflichtet Sasha, ebenfalls von Leipzig Besetzen, bei. Am Vortag war es in den Nachbarstraßen zu einem erhöhten Polizeiaufgebot gekommen. Zwischenzeitlich versuchten sich Polizist*innen von der Mariannenstraße aus Zugang zum Gebäude zu verschaffen. Dafür hielten die Beamt*innen unter anderem Haustüren angrenzender Wohnobjekte auf, wenn Anwohnende diese verließen. Zusätzlich kam es zu Bedrängungen von
Passant*innen durch Polizist*innen.

Die Aktivist*innen bedanken sich für die entgegengebrachte Solidarität durch Anwohner*innen sowie vorbei gekommene Unterstützer*innen.

Über die ganze Nacht hinweg hielten sich Menschen vor dem Haus auf. Zusätzlich kam es in der näheren Umgebung zu Solidaritätsbesetzungen.

Leipzig Besetzen ruft weiterhin Interessierte und Unterstützer*innen dazu auf sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen und sich in der Ludwigstraße aufzuhalten.

#LeipzigBesetzen #Luwi71 bleibt!

Kontakt:

leipzigbesetzen@riseup.net

Pressehandy (12 – 18h)
0152 161 541 73

Nutzungskonzept Luwi 71

Das Haus der Ludwigstraße 71 wurde am Freitag den 21. August 2020 besetzt. Das
Haus soll zu einem Hausprojekt werden. Die Besetzung soll auch den Forderungen
nach einer Prioritätenverschiebung in der Leipziger Wohn- und Stadtbaupolitik
Nachdruck verleihen. Gefordert wird ebenso eine Dekriminaliserung von
Leerstandsnutzungen wie auch einen sofortigen Stopp aller Zwangsräumungen.
Der Leipziger Osten wird zunehmend zum Hotspot der Gentrifizierung.
Mietpreiserhöhungen und Luxussanierungen führen zur Exklusion finanziell
benachteiligter Personen. Der Osten, besonders das Gebiet um die Eisenbahnstraße,
soll als attraktiver und kulturell bereichernder Stadtteil erhalten bleiben und erweitert
werden.
Das Grundstück steht nun bereits seit über einem Jahrzehnt leer und wird nicht
genutzt. Daher halten wir es für unsere kulturelle und soziale Nutzung für optimal
geeignet. Das Haus besteht aus drei Etagen und ist unterkellert. Die oberen Etagen
sind mit je zwei Wohnungen mit mehreren Zimmern ausgestattet. Zum Haus gehört
ein Garten. Den Räumlichkeiten werden unterschiedliche Nutzungen zugeführt.Im Erdgeschoss entsteht Raum für ein Café/ eine Bar und eine Selbsthilfewerkstatt.
Viel Platz für den alltäglichen Austausch bei gekühlten oder heißen Getränken für
alle Menschen.
In der Selbsthilfewerkstatt wird es einige Werkzeuge und die Möglichkeit geben,
Fahrräder und andere Sachen gemeinschaftlich und mit Hilfe anderer zu reparieren.
Selbsthilfewerkstätten sind für uns ein Ort der Selbstermächtigung und des
gemeinsamen Lernens, zu dem Menschen unabhängig ihrer finanziellen Mittel
Zugang haben.

Mögliche Nutzung:
– Bar bzw. Café
– öffentliches WC
– Vortragssaal
– offene (Fahrrad-) Werkstätten

Die oberen Etagen sind als inklusive und barrierearme Wohn- und Arbeitsplätze
angedacht. Auch Seminarräume und Nutzung durch Vereine und Initiativen des
öffentlichen Interesses ist angedacht.
Mögliche Nutzung:
– Teeküche
– Selbstorganisierte Wohnformen mit allen Generationen
– Ruheräume
– Räume zur Nutzung für Initiativen/Vereine/GruppenIm angrenzenden Garten soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen. Außerdem können
die angrenzenden Kindergärten und Schulen den Garten auch als Schulgarten nutzen.
Somit wird ein Ort des Lernens geschaffen.

Mögliche Nutzung:
– Gemeinschaftsgarten
– Schulgarten
– Nistkästen für Bienen, Fledermäuse etc.
– Fahrradstellplätze
– Platz für künstlerische Betätigung
Im Keller wird sowohl Platz für Veranstaltungen wie Konzerte, Vorträge und
ähnliches als auch für Sportgruppen sein. Dadurch wird die Lautstärke gering
gehalten und die umliegende Nachbar*innenschaft nicht gestört. Bildungsarbeit wird
geleistet.

Mögliche Nutzung:
– Bühne/Konzertfläche
– Konzertsaal
– Vortragssaal
– Sportraum
– ProberäumeVerwaltungsmöglichkeiten

Wir wollen das Haus als hierarchiefreien, solidarischen Raum, dessen Nutzung und
Verwaltung selbstverwaltet und in freier Trägerschaft ist.
Zukünftiges
Sofern alle rechtlichen Angelegenheiten geklärt sind, werden wir uns um das Haus
kümmern. Die Bausubstanz wird geprüft und auftretende Mängel beseitigt, um
Sicherheit herzustellen. Wir setzen dabei vor allem auf solidarische, ehrenamtliche
Hilfe, werden aber, wenn es nötig ist, auch auf Fachpersonal zurückgreifen. Uns ist
die Beteiligung vieler Menschen wichtig.
Wir begreifen uns und das Haus als offenes Projekt, in dem soziale Kontakte
gepflegt, neues gelernt und sich untereinander geholfen werden kann. Ein
emanzipatorischer, solidarischer Ansatz für alle Menschen ist das Ziel. Das Haus ist
für uns und zukünftige Gäste und Bewohner*innen ein Freiraum, welcher dringend
gebraucht wird.

Wir sind in jedem Fall zu Verhandlungen bereit und würden uns freuen, Sie an der
Ludwigstraße 71 begrüßen zu dürfen.
Wir fordern die Stadt Leipzig dazu auf, bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen.
Dazu gehört, dass Immobilien, welche der Stadt gehören, nicht an private
Investor*innen verkauft werden und ehemalige Bestände wieder in den städtischen
Besitz zu bringen. Der Mietpreisdeckel soll weiter gesenkt werden. Außerdem sollen
die Bewohner*innen mitbestimmen dürfen, wie sich der Wohnungs- und
Häusermarkt entwickelt und wie die zukünftige Bebauung der Stadt aussieht.
Bestehende unkommerzielle Freiräume sollen erhalten bleiben und nicht etwaigen
Fitness- und Freizeitparks weichen müssen. Wir wollen, dass die Stadt Leipzig unser
Vorhaben unterstützt und dem Nutzungsvertrag für die Ludwigstraße 71 zustimmt.
Dieser Vertrag richtet sich nach dem Konzept von Leipzig besetzen.

Pressemitteilung (Besetzung 21.08.2020)

Heute, am 21. August 2020, haben Aktivist*innen von Leipzig Besetzen das Haus in der Ludwigstraße  71 besetzt. Nachdem es bereits am 1. Mai eine Scheinbesetzung im selben Gebäude gab, sind wir diesmal gekommen, um zu bleiben!
Ziel dieser Besetzung ist die Rückeroberung des öffentlichen Raums und die Schaffung freier, nicht-kommerzieller Räume sowie das Aufzeigen von massivem Leerstand in unserer Stadt. Die Mieten steigen, der Wohnraum wird knapper, die Kommerzialisierung des städtischen Raums schreitet weiter voran. Verdrängungs- und Gentrifizierungseffekte, wie sie sich in anderen Stadtteilen Leipzigs, wie der Südvorstadt, Plagwitz und Connewitz gezeigt haben, sind auch im Leipziger Osten schon längst traurige Realität“, erklärt Sasha, Aktivist*in der Gruppe Leipzig Besetzen. 
Städtischer Raum ist heute vor allem Objekt von Spekulationen und Gewinnmaximierung. Die Vielzahl der seit Jahren ungenutzten, leerstehenden oder gerade unter Luxussanierung stehenden Gebäude beweisen das. Dieser Sachverhalt ist fester Bestandteil der neoliberalen Städtepolitik, die den Interessen von Unternehmer*innen wie der CG-Gruppe, Vonovia oder Pears Global mehr Bedeutung zumisst, als den Bedürfnissen der Menschen, die tatsächlich in der Stadt leben. 
Kaya von Leipzig Besetzen ergänzt dazu:”Auch die Räumung des Syndikats am 07.08.2020 in Berlin-Neukölln hat gezeigt, dass die wirtschaftlichen Interessen von Briefkastenfirmen mehr Beachtung finden, als die solidarischen Strukturen in der Nachbar*innenschaft. Senat und Polizei haben sich dabei wieder einmal zu Komplizen aggressiv auftretender Investor*innen gemacht.
Die Stadt Leipzig hat nun die Möglichkeit es anders zu machen und sich offen für selbstverwaltete und solidarisch ausgerichtete Stadtpolitik zu zeigen. Wir von #leipzigbesetzen sind jederzeit bereit, mit der Stadt und Vermieter*innen in Verhandlungen zu treten und hoffen auf einen Umgang auf Augenhöhe ohne Gewaltausbrüche. Als Grundlage legen wir der Stadt bereits ein Nutzungskonzept vor, welches unter anderem die Errichtung eines Veranstaltungsraumes, eines Cafés, Wohnraums sowie eines nachbarschaftlichen Gemeinschaftsgartens, welcher auch von Kitas und Schulen als Schulgarten genutzt werden kann, vorsieht.
Als politisches Projekt streben wir ein solidarisches Miteinander mit der Nachbar*innenschaft an und rufen deshalb alle Interessierten auf die Besetzung zu unterstützen, sich einzubringen und somit den Leerstand, das entstehende Projekt, mitzugestalten. 
Die Freiraum-Kampagne #leipzigbesetzen versteht sich als Teil der bundesweiten Kampagne #besetzen.  Wie bei unseren Freund*innen in Berlin und den anderen Städten, wird solange weiter besetzt, bis es nicht mehr notwendig ist.
#leipzigbesetzen  #Luwi71 bleibt!
Kontakt:
leipzigbesetzen@riseup.net
Pressehandy (besetzt 08-11 Uhr und 14-18 Uhr):
0152 161 541 73

Autonome Häuserbesichtigungen im Leipziger Osten

(english version below)

Wir werden besetzen. Wir möchten einen selbst-verwalteten, nicht-kommerziellen Raum in unserer Nachbarschaft schaffen. Wir haben das schöne längere Wochenende genutzt, um ein paar weitere potentielle Immobilien für unsere geplante Besetzung zu besichtigen.

Das Haus in der Hermann-Liebmann-Straße 93 macht uns schon seit Langem neugierig. Nachdem es ewig leer stand, wird an dem Gebäude nämlich jetzt schon seit Monaten gearbeitet.
Mit dem Universalschlüssel haben wir das Schloss geöffnet. Im Hausflur strahlte uns eine Kamera in die aus Repressions- und Coronagründen verdeckten Gesichter. Wenige Minuten später stand ein Sicherheitsdienst auf der Matte. Dass Gebäude, die saniert werden, häufig überwacht sind, hatten wir auf dem Schirm. Viel Zeit blieb uns also nicht. Machte aber nichts. Viel zu sehen gab es eh noch nicht. Die Sanierungsarbeiten scheinen noch ein bisschen zu dauern. Wir kommen nochmal, wenn alles fertig ist.

Übrigens haben Aktivist*innen unterdessen im Leipziger Westen in der Nacht zum Samstag ein Haus in der Dieskaustraße schein-besetzt. Das ist die vierte Scheinbesetzung in Leipzig seit dem Beginn der Freiraum-Kampagne #leipzigbesetzen am 1. Mai.

Autonome Hausbesichtigung II

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wollen unser Leben und Arbeiten selbst organisieren und gestalten. Wir wollen uns die Räume, die wir nutzen, selbst aussuchen und selbst verwalten.
Wir wollen keine Hausbesitzer*innen und Verwalter*innen, die die Wohnungen, in denen wir wohnen, sanieren, überwachen und vermieten. Wir wollen keine Sanierungsarbeiten, Baupläne und Umstrukturierungen in den Häusern und Vierteln, die der Gewinnmaximierung dienen. Wir wollen keine “Aufwertungen” des Stadtviertels, die Menschen mit ihrem Leben und Arbeiten mit Mieten, Lebenshaltungskosten und infrastrukturellen Maßnahmen systematisch aus den Häusern und dem Viertel verdrängen. Wir wollen schön wohnen und leben, aber mietfrei und selbstbestimmt. Wir wollen selbst über städtische Ressourcen verfügen und nach unseren Interessen und Bedürfnissen nutzen und gestalten.
Wir wollen selbst als stadtpolitische Akteur*innen aktiv werden und uns die Räume, die wir nutzen wollen, aneignen und solidarisch & kreativ selbst gestalten. Wir rufen auf, Teil der Kampagne #leipzigbesetzen zu werden, Freiräume zu erkämpfen und das eigene Wohnen und Leben selbst zu organisieren.

Wir halten weiter Ausschau nach ungenutzten Häusern, planen und bereiten vor, damit wir zeitnah besetzen können. Für unsere Besetzung sind wir auf der Suche nach einem Gebäude, das wir langfristig zum Wohnen, Arbeiten und Vernetzen nutzen können. Dafür sind wir auch bereit, mit Hausbesitzer*innen und der Stadt in Verhandlungen zu treten.

In English:

Autonomous house viewing in Leipzig’s East

We’re going to squat. We want to create a self-organized, non-commercial space in our neighbourhood. Therefore we used the nice long weekend to visit some more potential properties for our planned occupation.

The house in Hermann-Liebmann-Straße 93 holds our curiosity for a while. After the building had been abandoned long time it is currently under construction for already several months. We opened the lock with the universal key. In the hallway a camera beamed at our faces which were masked by reason of repression and Corona. After a few minutes a security guard showed up. We have been aware of construction sites being very likely to be monitored. We didn’t have much time inside. However it didn’t matter – there wasn’t much to see anyway: The renovation seems to take a little longer. We’ll come back when it’s completed.

Meanwhile in the night from Saturday to Saturday activists visited a house in the west of Leipzig in Dieskaustraße. It is the fourth mock occupation in Leipzig since the beginning of the squatting campaign #leipzigbesetzen on May 1st.

We want to organize and shape our lives and works ourselves. We want to choose and arrange the spaces we use ourselves.
We don’t want owners and managers who renovate, monitor and rent the apartments we live in. We don’t want structural designs, constructions and restructuring in the houses and neighbourhoods in favour of profit. We do not want any “upgrading” of the neighbourhood, which systematically forces people to move from their houses and neighbourhoods over of rents, living costs and infrastructural measures. We want our lives and accommodations to be excellent, but free of rent and carried in our hands. We want to have access to urban resources and use them according to our interests and needs.
We want to be urban policy players ourselves and appropriate the spaces we want to use and organize them in solidarity. We call on you to be part of #leipzigbesetzen, to fight for autonomous spaces and to organise your lives and living yourselves.

We furthermore look for disused houses, make plans and get prepared to squat as soon as possible. For our occupation we are looking for a building that we can use for living, working and networking in the long term. For this purpose we are ready to enter into negotiations with the house’s owner and the municipality.

Indy-Artikel zu Scheinbesetzungen und Kampagnenstart am 1. Mai

(english version below)

1. Die Verdrängung des Lebens aus der Stadt // Gentrifizierung ist Angriff auf individuelles Leben

Wir erfahren die moderne Städtepolitik als Verdrängung, als Inbeschlagnahme und Ausverkauf des schönen und freien Lebens in der Stadt. Im Kapitalismus ist städtischer Wohnraum, so wie alles andere, eine Ware mit der Profit gemacht wird. Wir erleben wie Angehörige der Immobilienwirtschaft immer reicher dabei werden neoliberale Städtepolitik umzusetzen, während die Menschen , die tatsächlich in der Stadt leben, leidvoll davon betroffen sind. Die Luxussanierungen der schönen, alten Häuser in Leipzig haben zwar teilweise hippe Lofts, Studierendenwohnungen und Cafés ergeben, aber gleichzeitig die Vertreibung derjenigen bedeutet, die sich nach der Mieterhöhung die Wohnung oder das Geschäft im Viertel nicht mehr leisten konnten. Zu der Verdrängung gehören auch die Polizeieinsätze, wie sie beispielsweise in der Eisenbahnstraße zu erleben sind, nämlich als staatliche Maßnahmen ein Viertel sicher, d.h. wirtschaftlich verwertbar zu machen und zu halten.

All diese Phänomene dieser Verdrängung sind auf den immer krasser werdenden Widerspruch zwischen den realen Bedürfnissen der Menschen und den Kalkülen und Logiken des Kapitalismus und der Regierungen zurückzuführen. Die gesellschaftliche Ordnung, die bestehenden Verhältnisse sind nicht nur dysfunktional, sondern schädlich. Gesellschaftliches Leid wird im Kapitalismus systematisch erzeugt. Die rassistische Migrationspolitik der Nationalstaaten hat den Tod von Menschen direkt zur Folge, es triumphiert die kaltblütige Irrationalität: Das System, die staatliche Ordnung, die das gesellschaftliche Leben schützen soll, ist zu dessen Bedrohung, zu dessen sozialer und ökologischer Negation geworden.

 

2. Freiraumkampf als notwendige Widerstandsform // Rückeroberung des öffentlichen Raums

Neben progressiven und guten Projekten wie dem Mietshaussyndikat und dem Wächterhäusern, die in den letzten Jahren erfolgreich angenommen wurden, sind Hausbesetzungen als radikale Form der individuellen doch zugleich kollektiven Selbstermächtigung unabdingbar. Genau wie das Individuum im freien Markt verdinglicht wird, muss sich das Individuum in der solidarischen Organisation mit Anderen seine persönliche Freiheit erkämpfen, ihr Leben zurückerobern. Wir wollen mit der Kampagne #LeipzigBesetzen einen Freiraumkampf in Leipzig entfachen. Wir wollen nicht, dass die Menschen Vereine gründen, Unterschriften sammeln oder bei der Stadt betteln, wir wollen direkte Aktionen, wir wollen Besetzungen, wir wollen den Kampf um die Rückeroberungen des eigenen Lebens in der Stadt entfalten.

Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie ist es wichtig, dass wir unsere politischen Kämpfe und deren Äußerung auf der Straße und in den Aktionen nicht zugunsten des staatlich erlassenen Lockdowns aufschieben oder gar aufgeben. Natürlich werden wir so wie IMMER bei den Aktionen darauf achten, dass die revolutionären Ziele nicht über das Bedürfnis persönlicher Gesundheit gestellt werden. Wir werden uns daher vermummen und die nötigen Abstände einhalten! Wir finden es höchst problematisch, dass die staatliche Verordnung die politische und kulturelle Praxis in der Gesellschaft zum Schutz der Bevölkerung komplett verbietet, während aber der kapitalistische Normalbetrieb krampfhaft versucht wird aufrechtzuerhalten. Sehr viele Menschen können nicht im Home-Office arbeiten oder sich in ihre Wohnungen zurückziehen. Sie sind weiterhin gezwungen ihre Arbeitskraft zu verkaufen, leben sowieso auf der Straße oder werden in Auffanglagern an der EU-Außengrenze festgehalten. Während der deutsche Staat alles daran setzt seine Bürger gesund, d.h. arbeitsfähig zu halten, werden Menschen mit anderer Herkunft oder gesellschaftlicher Stellung einfach sterben gelassen. Das ist für uns kein Humanismus, sondern die Abwesenheit menschlicher Solidarität, die menschenverachtende Logik von Nationalismus und Kapitalismus, die Bedürfnisbefriedigung nur insofern kennt, als dass sie mit den Kapitalinteressen zusammenfällt.

 

3. Warum selbstverwaltete Freiräume?

Wenn wir leerstehende Gebäude in der Stadt besetzen, wollen wir damit Räume schaffen, innerhalb derer sich so etwas wie das schöne und freie Leben der Menschen schon heute temporär und nischenweise entfalten kann. Der staatlichen Logik von Unterwerfung und Kontrolle wollen wir die Prinzipien eines selbstbestimmten und solidarischen Lebens entgegenstellen. Nichts und niemand darf über unser Leben entscheiden, außer uns selbst. Die Räume des städtischen Lebens, die wir zurückerobern, sollen Orte der Zuflucht, des Experiments und der persönlichen Sehnsucht sein, der Sehnsucht nach einem schönen, d.h. nicht so beschädigten Leben.

Wir sind der Überzeugung, dass gesellschaftliches Zusammenleben am besten dezentral und nicht-hierarchisch organisiert wird. Eine vernünftige gesellschaftliche Ordnung stellen wir uns nicht als staatliche Ordnung vor, sondern als Organisation und Assoziation selbstbestimmter Individuen. Wir wollen nicht durch den Staat, Politiker*innen oder sonst wen vertreten werden, sondern unser Leben selbst in die Hand nehmen. Deswegen haben wir am 1. Mai die Häuser in der Ludwigstraße und den Gebäude-Komplex in Großzschocher scheinbesetzt. Den Symbolen werden Besetzungen folgen!

Wir rufen alle dazu auf sich mit ihren Freund*innen in autonome Besetzer*innen-Cliquen zu organisieren. Unter dem #Besetzen können wir unsere lokalen Kämpfe für ein selbstbestimmtes Leben in der Stadt verknüpfen und unsere Kräfte verbinden. Bildet Besetzer*innen-Banden, seid laut, seid entschlossen! Zusammen holen wir uns die Häuser und das Leben zurück!

#LeipzigBesetzen! 2020 Freiraumkämpfe entfalten! Aus dem Krater in die Häuser!

Näher Infos unter: https://www.leipzigbesetzen.noblogs.org und @LeipzigBesetzen

 

In English:

Indy article on mock occupations on May 1st and the campaign #leipzigbesetzen
 

1. The expulsion of life from the city // Gentrification as an attack on individual life

We experience modern urban policy as repression, as the seizure and sell-out of the beautiful and self-determined life in the city. In capitalism, urban housing space like everything else is a product capitalized in favour of profit. We see how the implementation of neoliberal urban policies benefits the real estate industry while the people who actually live in the city are suffering. The luxury renovations of the beautiful old houses in Leipzig have indeed resulted in hip lofts, student flats and cafés but inevitably have also caused the expulsion of those who could no longer afford flats or shops in the quarter after the rent was increased. Another factor of expulsion is police operations as can be seen e.g. in Eisenbahnstraße, namely, as a state’s measure to make and keep a quarter “safe” – which means economically profitable.
 
All these phenomena of repression are due to the increasingly striking contradiction between actual needs of people and the calculations and logics of capitalism and governments. Social relations and  existent social conditions are not only dysfunctional, but harmful. Social suffering is systematically generated in capitalism. The states’ racist migration policy results immediatly to people’s death, cold-blooded irrationality triumphs: The state system which is supposed to protect Social life has become its threat, its social and ecological negation.
 

2. Squatting as a necessary form of resistance // Reconquering public spaces

In addition to progressive and great projects such as the Mietshäusersyndikat [syndicate of tenants] or Wächterhäuser [arrangement of inhabiting and houskeeping instead of renting] which have been successfully implemented in recent years, squatting is an essential radical form of individual and collective self-empowerment. Just as the individual is objectified in the free market, the individual must fight for his*her personal freedom and reclaim his*her own life in solidarity with others. With the campaign #LeipzigBesetzen we want to raise the fight for autonomous and self-organized living in Leipzig. We don’t want people to found institutions, collect signatures or beg with the city. We want direct actions, we want occupations, we want to develop struggles to reclaim our own lives in the city.
 
Especially in the time of the Corona pandemic, it is important that we don’t postpone or even give up our political struggles and expression on the streets and in actions in favour of the state-imposed lockdown. Of course, as ALWAYS when being active, we don’t put revolutionary goals above the individual and collective need for health. Therefore we will wear masks and keep the necessary distances! We find it highly problematic that the state’s regulations to protect the people completly ban political and cultural practices while economic concerns are desperately tried to be maintained as usual. Lots of people cannot work from home or find safety in their apartments. People are still forced to sell their humanpower, have no access to certain living space, are detained in camps at the EU’s external(ized) borders. While the German state does its utmost to keep its citizens healthy, which means fit for work, people in specefic social situations are literally left to die. For us this is not protection of humans but the total absence of human solidarity, the inhuman logic of nationalism and capitalism which recognizes people’s needs just aslong as they coincides with the capital’s interests.

 

3. Why self-organized, automonous spaces?

With the occupation of unused buildings in the city we aim to create spaces where people might be able to temporarily and partly develop beautiful and self-organized lifes. We want to oppose the principles of a self-determined and solidary life to the state’s logic of repression and control. Nothing and nobody may decide about our lifes, except ourselves. The spaces of urban life that we are reclaiming should be places of safety, experimentation and personal desires – desires for a beautiful, less damaged life.
 
We are convinced that living together is best organized in decentralized and non-hierarchical forms. We don’t believe a social order of common-sense to be realized in a state’s order, but in organizations and associations of self-determined individuals. We don’t want to be represented by the state, politicians or anyone else, but take our lives into our own hands. Therefore on 1st of May we mock-occupied two houses in Ludwigstraße and a building complex in Großzschocher. The symbolic antions will be followed by actual squatting!
 
We call on everyone: Together with your friend, create and organize autonomous squatters’ cliques! Let’s unite our local forces and struggles for self-organized and autonomous living and join the #besetzen movement. Organize squatters’ gangs, be loud, be resolute! Together we will take back the houses and lifes!
 
#Leipzigbesetzen! Occupy Leipzig! Let’s struggle for self-organized and autonomous spaces! From the crater into the houses!
 
For further information: https://www.leipzigbesetzen.noblogs.org and on twitter @LeipzigBes